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 Aktualisiert am 07. November 2017  
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Ingweilerhof

Der Ingweilerhof liegt ca. 2km südlich von Reipoltskirchen, an der Landstrasse von Odenbach nach Schallodenbach. Die Entstehung des Hofes ist nicht genau bekannt. In Dr. Ernst Christmanns "Siedlungsnamen der Pfalz" wird der Ingweilerhof 1339 als "Ingemuodersweiler" erstmals genannt.

Sicherlich ist der "Weiler" viel älter. Es ist anzunehmen, dass sein Ursprung auf das 7.-8. Jahrhundert zurückgeht, als die Franken unsere Heimat besiedelten.
 
Ein Siedler namens Ingmuot hat hier Land gerodet und sich Wohnplatz geschaffen. Schon im 13. Jahrhundert soll auf dem Ingweilerhof eine sogenannte Niederburg gestanden haben, die vor 1224 gebaut worden sein soll. Im Jahre 1339 erhielt ein Ritter Engelbrecht von Reipoltskirchen den Ingweilerhof von dem Grafen Georg von Veldenz zu Lauterecken als ein auf Sohn und Tochter vererbbares Lehen und gehört seit dieser Zeit zum Herrschaftsgebiet Reipoltskirchen.

Nachkommen verkauften am 31. Dezember 1580 das Lehen des Schlosses Ingweiler mitsamt dem dazugehörigen Hof, der Mühle, Schäfereien, sowie den westlich gelegenen Hof Ausbach samt allen Äckern, Wiesen, Gütern, Weingärten, Wäldern, Weihern, Fischereien, Wildfang, Zehnten, Gülden, Zinsen und allen anderen Obrigkeiten, die das Haus Ingweiler und Ausbach besaßen, an den Grafen Johann von Zweibrücken für 1600 Gulden.

So kamen der Ingweilerhof und der Ausbacherhof zum Herzogtum Zweibrücken. Im Jahre 1730 brachte der Reichgraf von Hillesheim, - Herr zu Reipoltskirchen -, durch Pfandschaft den Ingweilerhof und Ausbacherhof in seinen Besitz. Diese Pfandschaft wurde aber 1760 durch den Herzog Christian von Zweibrücken eingelöst. Die Besitzrechte des Grafen von Hillesheim am Ingweilerhof wurden dadurch abgelöst.
Am 19. August 1760 erhielt der Freiherr Hans Assmuss von Esebeck zum Dank seine treuen Dienste, - er war Minister am Hofe von Zweibrücken -, von Herzog Christian IV., den Ingweilerhof nebst dem Ausbacherhof als Erblehen geschenkt.

Schon 10 Jahre später starb der Freiherr auf dem Ingweilerhof und liegt dort in der Hofkapelle begraben. Sein Familienwappen ist noch heute über dem Eingangsportal des früheren Herrenhauses zu sehen.
 
Wappen von Esebeck:
Schild geteilt; oben 2 rote Rosen in Blau, unten 1 rote Rose in Gold. Helmdeckel sind entsprechend zu kolorieren.
 
Sein Nachfolger war sein Sohn Ludwig von Esebeck, Premierminister am Hofe des Herzogs Karl August von Zweibrücken.
Rund 10 Jahre nach der prunkvollen Hochzeit des Freiherrn von Hohenfels im Jahre 1782 griff die französische Revolution auch auf unsere Heimat über und bereitete den über 40 Territorialgebieten in der Pfalz, ein jähes Ende. Der Hof wurde französisches Nationaleigentum und versteigert.

Der Steigerer suchte, da er keine Verwendung für den landwirtschaftlichen Betrieb hatte, einen Käufer und fand ihn in dem Ökonomen Daniel Schönbeck. Dessen Nachfolger bewirtschaften noch heute – bereits in der 5. Generation – das stattliche Hofgut. Im Jahre 1951 wurde im ehemaligen Herrenhaus ein Altersheim eingerichtet. Hier können alte Menschen in ruhiger Abgeschiedenheit, schöner Umgebung und fürsorglicher Betreuung ihren Lebensabend verbringen.
 
Die Mühle, die sicherlich früher eine Bannmühle für die zweibrückischen Besitzungen im Herrschaftsgebiet der Grafschaft Reipoltskirchen war, wurde im Jahre 1903 von dem Müller Theodor Graf, einem Glied aus dem berühmten Müllergeschlecht Graf, aus dem Alsenztal, gekauft.
 
Der Vorbesitzer, ein Müller namens Weyrich, war nur zwei Jahre in der Mühle. (Zuvor war sie im Besitz einer Familie Blockwitz).
 
Leider fand diese Mühle ein trauriges Ende. Sie wurde am Ende des 2. Weltkrieges bei einer Sprengung eines zurückgelassenen deutschen Munitionslastzuges, der unmittelbar beim Anwesen stand, von nachrückenden Amerikanern am 29. März 1945 schwer beschädigt. Sie musste 1948 abgerissen werden und wurde nur noch als Wohnhaus wieder aufgebaut. Seit dieser Zeit ist das Klappern im stillen Talgrund verstummt.


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