Zu Reipoltskirchen gehörende Höfe


Ingweilerhof

Der Ingweilerhof liegt ca. 2km südlich von Reipoltskirchen, an der Landstrasse von Odenbach nach Schallodenbach. Die Entstehung des Hofes ist nicht genau bekannt. In Dr. Ernst Christmanns "Siedlungsnamen der Pfalz" wird der Ingweilerhof 1339 als "Ingemuodersweiler" erstmals genannt.
Sicherlich ist der "Weiler" viel älter. Es ist anzunehmen, dass sein Ursprung auf das 7.-8. Jahrhundert zurückgeht, als die Franken unsere Heimat besiedelten.

Ein Siedler namens Ingmuot hat hier Land gerodet und sich Wohnplatz geschaffen. Schon im 13. Jahrhundert soll auf dem Ingweilerhof eine sogenannte Niederburg gestanden haben, die vor 1224 gebaut worden sein soll. Im Jahre 1339 erhielt ein Ritter Engelbrecht von Reipoltskirchen den Ingweilerhof von dem Grafen Georg von Veldenz zu Lauterecken als ein auf Sohn und Tochter vererbbares Lehen und gehört seit dieser Zeit zum Herrschaftsgebiet Reipoltskirchen.
Nachkommen verkauften am 31. Dezember 1580 das Lehen des Schlosses Ingweiler mitsamt dem dazugehörigen Hof, der Mühle, Schäfereien, sowie den westlich gelegenen Hof Ausbach samt allen Äckern, Wiesen, Gütern, Weingärten, Wäldern, Weihern, Fischereien, Wildfang, Zehnten, Gülden, Zinsen und allen anderen Obrigkeiten, die das Haus Ingweiler und Ausbach besaßen, an den Grafen Johann von Zweibrücken für 1600 Gulden.
So kamen der Ingweilerhof und der Ausbacherhof zum Herzogtum Zweibrücken. Im Jahre 1730 brachte der Reichgraf von Hillesheim, - Herr zu Reipoltskirchen -, durch Pfandschaft den Ingweilerhof und Ausbacherhof in seinen Besitz. Diese Pfandschaft wurde aber 1760 durch den Herzog Christian von Zweibrücken eingelöst. Die Besitzrechte des Grafen von Hillesheim am Ingweilerhof wurden dadurch abgelöst.
Am 19. August 1760 erhielt der Freiherr Hans Assmuss von Esebeck zum Dank seine treuen Dienste, - er war Minister am Hofe von Zweibrücken -, von Herzog Christian IV., den Ingweilerhof nebst dem Ausbacherhof als Erblehen geschenkt.
Schon 10 Jahre später starb der Freiherr auf dem Ingweilerhof und liegt dort in der Hofkapelle begraben. Sein Familienwappen ist noch heute über dem Eingangsportal des früheren Herrenhauses zu sehen.

Wappen von Esebeck:

Schild geteilt; oben 2 rote Rosen in Blau, unten 1 rote Rose in Gold. Helmdeckel sind entsprechend zu kolorieren.

Sein Nachfolger war sein Sohn Ludwig von Esebeck, Premierminister am Hofe des Herzogs Karl August von Zweibrücken.
Rund 10 Jahre nach der prunkvollen Hochzeit des Freiherrn von Hohenfels im Jahre 1782 griff die französische Revolution auch auf unsere Heimat über und bereitete den über 40 Territorialgebieten in der Pfalz, ein jähes Ende.
Der Hof wurde französisches Nationaleigentum und versteigert.
Der Steigerer suchte, da er keine Verwendung für den landwirtschaftlichen Betrieb hatte, einen Käufer und fand ihn in dem Ökonomen Daniel Schönbeck. Dessen Nachfolger bewirtschaften noch heute – bereits in der 5. Generation – das stattliche Hofgut. Im Jahre 1951 wurde im ehemaligen Herrenhaus ein Altersheim eingerichtet. Hier können alte Menschen in ruhiger Abgeschiedenheit, schöner Umgebung und fürsorglicher Betreuung ihren Lebensabend verbringen.

Die Mühle, die sicherlich früher eine Bannmühle für die zweibrückischen Besitzungen im Herrschaftsgebiet der Grafschaft Reipoltskirchen war, wurde im Jahre 1903 von dem Müller Theodor Graf, einem Glied aus dem berühmten Müllergeschlecht Graf, aus dem Alsenztal, gekauft.
Der Vorbesitzer, ein Müller namens Weyrich, war nur zwei Jahre in der Mühle. (Zuvor war sie im Besitz einer Familie Blockwitz).
Leider fand diese Mühle ein trauriges Ende. Sie wurde am Ende des 2. Weltkrieges bei einer Sprengung eines zurückgelassenen deutschen Munitionslastzuges, der unmittelbar beim Anwesen stand, von nachrückenden Amerikanern am 29. März 1945 schwer beschädigt. Sie musste 1948 abgerissen werden und wurde nur noch als Wohnhaus wieder aufgebaut. Seit dieser Zeit ist das Klappern im stillen Talgrund verstummt.

Ausbacherhof

Der Ausbacherhof, urkundlich schon erwähnt im Jahre 1297, wurde von dem Ritter Heinrich von Hohenfels und Reipoltskirchen als Hof Urbach = Ausbach verkauft an dessen Oheim Graf Walraum von Zweibrücken.
1580 kaufte Herzog Johann das Haus Ingweiler und den Hof Auspach von Simon von Kellenbach. Auspach heißt: „Die Pachtung ist hier“ (Dr. E. Christmann).
1773 wird im Kirchenbuch der Ausbacherhof als wiederaufgebaut erwähnt und die erste Taufe eines Kindes beschrieben.Nach Abzug der Franzosen nach der Revolution war auch die Herrschaft der Fürstlichkeit zu Ende. Die Höfe wurden in Mainz an private Käufer versteigert.
1816 kaufte Johann Ludwig Carra aus Gehrweiler den Ausbacherhof mit 120 ha Ackerland und Wald, den jetzigen Hof Pfleger. Er war 1792 geboren und mit Franziska Hahn aus Schauerberg verheiratet.

Er gründete 1836 hier einen eigenen Friedhof, wo heute noch seine Grabstätte erhalten ist. Seinem Sohn Georg Jakob Carra baute er 1845 einen eigenen Hof, den jetzigen Hof Schröer-Kirchmer. Etwas später baute er seiner Tochter, Katharina Cörper, ebenfalls einen eigenen Hof, den jetzigen Hof Wagner.
Seinen Landbesitz teilte er mit den Kindern.
Nach Tod und Wegzug der Familie Carra kauften neue Landwirte diese 3 Betriebe, deren Nachkommen heute noch hier leben und wirtschaften.

Homepage Fam. Kirchmer

Homepage Fam. Pfleger

Der Karlshof

Der Karlshof wird erstmals 1819 erwähnt. So steht es in einem vertrag der Steuergemeinde Reipoltskirchen, Ortschaft Karlshof, Besitz Nr. 101 des Grundsteuerkatasters. Der Hof war im Besitz des Rentmeisters Karl Falciola aus Lauterecken. Vermutlich entstand so der Name „Karlshof“. Er wurde 1819 an Adam Altes verkauft.
Der Hof bestand ursprünglich aus 3 Wohnhäusern, die 1840 im Besitz von Adam Altes I, Adam Altes II und Jakob Altes waren.
Um 1850 heiratete Karl Engel aus Einöllen die 1828 geborene Karoline geborene Altes. Im Hof Engel folgten Ludwig Engel, Engel Karl II und jetzt Dieter Engel der mittlerweile die Landwirtschaft aufgegeben hat.
Der vordere Hof an der Zufahrt gehörte Freidrich Paul, Ludwig Frank, Paul Frank und zuletzt Klaus Rünger, der die Landwirtschaft ebenfalls aufgegeben hat.